Ein guter Morgen beginnt mit einem nachhaltigen Frühstück

Archivmeldung vom 22.05.2009.
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Sechs traditionelle Wiener Kaffeehäuser boten in einem Pilotprojekt ein ‚nachhaltiges’ Frühstück an. Die Akzeptanz der Gäste spricht dafür. Projekt 2009

Was gibt es Schöneres, als den Tag mit einem reichhaltig gedeckten Tisch zu beginnen und sich verwöhnen zu lassen? Zum Frühstücken ins Kaffeehaus zu gehen, erfreut sich in Wien zunehmend großer Beliebtheit. Noch genussvoller wäre es für viele, wenn das Angebot aus biologischen, regionalen und fair gehandelten Produkten bestehen würde. Diesen Gedanken griff die Stadt Wien auf und beauftragte die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) und GUTESSEN CONSULTING ein Pilotprojekt durchzuführen, bei dem sechs traditionelle Wiener Kaffeehäuser ihren KundInnen ein „nachhaltiges“ Frühstück angeboten haben. Natürlich ging es dabei nicht nur um Genuss, sondern auch um die Erhöhung des Bewusstseins für nachhaltigen Konsum.

Das Pilotprojekt „Nachhaltiges Frühstück im Wiener Kaffeehaus“ startete im Spätherbst 2007. Finanziert wurde es zur Hälfte von der Stadt Wien sowie von Bio Austria und den teilnehmenden Kaffeehäusern. Die sechs Kaffeehäuser warben mit einem eigenen Slogan für das besondere Angebot: „Bio zum Frühstück – Bio, Regional, Fair – So ‚nachhaltig’ frühstücken Sie nur bei uns!“ Auf den Tischen wiesen eigene Schilder auf die umweltbewusste Alternative hin.

Was ist ein ‚nachhaltiges Frühstück“? Als Antwort auf diese Frage entwickelte das Projektteam der ÖGUT gemeinsam mit GUTESSEN CONSULTING spezielle Kriterien: biologische Produktion, fairer Handel, regionale oder heimische Erzeugung und/oder umweltschonende Verarbeitung und Verpackung der Produkte. Zusätzlich wurde auf Produktionsschwerpunkte wie regionale Verfügbarkeit geachtet. Die KaffeesiederInnen erhielten eine individuelle Beratung im Betrieb über Sortimentsauswahl, logistische Lösungsmöglichkeiten und die Auslobung der einzelnen Produkte auf der Speisekarte. In gemeinsamen Workshops lernten sie nachhaltige Produkte sowie deren Produzenten und Lieferanten kennen und erhielten weitere Informationen rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Gäste wollen nachhaltige Produkte

Um herauszufinden, wie die Gäste das neue Frühstücksangebot aufnahmen, befragte das Projektteam Anfang dieses Jahres insgesamt 530 BesucherInnen in den Kaffeehäusern. Die Akzeptanz des neuen Angebots war hoch: 90% aller Befragten begrüßten ein Frühstück mit regionalen Biolebensmitteln und fair gehandelten Produkten in ihrem Wiener Kaffeehaus. Über 70% der Gäste wollten es auch gerne selbst ausprobieren. Das Angebot an regionalen und fair gehandelten Bio-Produkten in einem klassischen Wiener Kaffeehaus empfanden die Stammgäste als gute Idee, die im Trend der Zeit liegt. Besonders hoben sie den „guten Geschmack“ von Bio-Produkten hervor.

Die Ergebnisse der Befragung spiegelten sich nur teilweise in der Nachfrage wieder. Bei der Umsetzung eines nachhaltigen Frühstücks sahen sich manche Kaffeehäuser vor logistische Schwierigkeiten gestellt. Im Cafe Sperl und im Cafe Prückel steht das nachhaltige Frühstück aufgrund der guten Nachfrage weiter auf der Karte. Doch auch die anderen Kaffeehäuser setzen neue Akzente und bieten einzelne Speisen, wie Bio-Eier, Bio-Gouda oder FAIRTRADE-Kaffee an. Das Cafe Weimar geht jetzt noch einen Schritt weiter und arbeitet an der Umsetzung der Kriterien für das Österreichische Umweltzeichen für Gastronomiebetriebe. Dass die KaffeesiederInnen den Aspekt der Nachhaltigkeit in den Betrieb und die Gestaltung der Speisekarten aufgenommen haben, ist ein Erfolg des Pilotprojekts.

Klar ist nach dem Pilotprojekt zum nachhaltigen Frühstück in Wien: Es liegt auch an den KundInnen, ob Bioprodukte weiter in Kaffeehäusern angeboten werden, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot mit.

Weitere Informationen zum Projekt „Nachhaltiges Frühstück im Wiener Kaffeehaus“: