Erfolgsanalyse Biokunststoffbecher Schönbrunn
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Projekt des Instituts für Abfall- und Kreislaufwirtschaft (ABF-BOKU) - BOKU im Auftrag der MA 22 Stadt Wien Umweltschutz, 2006
Im Rahmen eines Testes wurden in Teilen der Gastronomie im Tiergarten Schönbrunn insgesamt je 10.000 Becher á 0,3 und 0,5 Liter aus Polymilchsäure (PLA) für den Kaltgetränkebereich eingesetzt. Diese Becher sind transparent und unbedruckt, zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen (Maisstärke) und könnten theoretisch nach Gebrauch kompostiert werden. Im vorliegenden Projekt sollte die Praxistauglichkeit der genannten Einwegbecher, die Besucherakzeptanz sowie die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen eines zukünftigen Biobechereinsatzes der Biobecher erhoben werden. Entsprechend dem Anbot wurden folgende Arbeitsschritte durchgeführt:
- Befragung von Mitarbeitern der Tiergarten Gastronomie als Erfolgskontrolle des Testes und Abklärung der Rahmenbedingungen für eine Weiterführung sowie zur Identifikation von weiteren Einsatzbereichen (am 21.7.2006)
- Begehung und Beobachtung vor Ort (am 16.4., 21.7.)
- Befragung von mind. 200 Besuchern des Tiergarten Schönbrunn bezüglich Akzeptanz und Gebrauchtauglichkeit der Becher sowie allgemeine Meinung zu Biokunststoffen (212 Besucher vom 14. bis 18.5.2006 befragt)
- Auswertung und Zusammenfassung der Erhebungen
Darüber hinaus wurde für die Gastronomiemitarbeiter ein Informationsblatt über das verwendete Bechermaterial erstellt, die Stadt Wien stellte zwei Informationsplakate für die Besucher zur Verfügung.
Es konnte festgestellt werden, dass die für die Besucher bereitgestellten Informationen zu wenig Beachtung fanden, sodass nur 6 % der Befragten von dem Test wussten. Jene Besucher, welche die Becher schon verwendet hatten, waren der Meinung, dass sie gleichwertig oder sogar besser als herkömmliche Kunststoffbecher sind. Die Idee, Biokunststoffbecher anstelle von herkömmlichen Kunststoffbechern einzusetzen, wurde von der Mehrzahl der Befragten positiv bewertet.
Insgesamt kannten rund 35 % der Befragten andere Produkte aus Biokunststoffen, wobei auch spezielle Produktgruppen, -namen oder Orte, woher sie bekannt sind, wiedergegeben werden konnten. Führend war hier McDonalds, welcher seit einigen Jahren Biokunststoffe für Bier- bzw. Eisbecher einsetzt. Die Beurteilung der bisher bekannten Biokunststoffe fiel großteils positiv aus, nur im Bereich Säcke waren zwei Beanstandungen entgegenzunehmen.
Der Grundtenor gegenüber Biokunststoffen ist positiv. Die Befragten können sich vorstellen, dass herkömmliche Kunststoffverpackungen durch solche aus Biokunststoffen ersetzt werden. Wichtige Aspekte dabei sind, dass kompostierbare Biokunststoffe auch tatsächlich kompostiert werden und dass Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden.
Der Begriff „nachwachsende Rohstoffe“ wird von vielen Befragten richtig mit „Holz“, „Pflanzen“ oder ähnlichem assoziiert, nur 8 % der Befragten können damit gar nichts anfangen.
Es konnten keinerlei statistisch signifikanten Zusammenhänge zwischen den erhobenen soziodemographischen Merkmalen und Ergebnissen der Befragung ermittelt werden.