„mehr MTV“ - Mehrwegtransportverpackungen am Großmarkt Wien-Inzersdorf

Archivmeldung vom 23.06.2010.
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Projekt des Österreichischen Ökologie-Instituts im Auftrag der INITIATIVE "Abfallvermeidung in Wien", MA 48, 2005

Der Großmarkt Wien-Inzersdorf (GWI) bewahrt als regionales Versorgungszentrum die Angebotsvielfalt an frischem Obst und Gemüse, fördert die kommunale Wirtschaft, steigert die Lebensqualität für die Bevölkerung im Großraum Wien und entwickelt sich zu einem umfassenden Lebensmittelversorger und -verteiler.

Nachhaltige Lebensmittelversorgung muss sich nicht nur mit umweltschonender und sozialverträglicher Produktion auseinander setzen, sondern auch versuchen, transportbedingte Umwelteinwirkungen zu reduzieren. Regional produzierte, biologische Lebensmittel in Mehrwegtransportverpackungen (MTV) gehandelt, stellen sich diesen Anforderungen.

Im Projekt „mehr MTV“, erarbeitet im Auftrag der Initiative "Abfallvermeidung in Wien" und unterstützt von der Wiener Umweltstadträtin Maga. Ulli Sima, wurden Entscheidungsträger über die Art der eingesetzten Transportverpackungen für Obst und Gemüse (O&G) ermittelt und logistische Abläufe und die abfallwirtschaftliche Ist-Situation am GWI dargestellt.

Einige Fakten:

  • Im Jahr 2004 wurden am GWI insgesamt 192.536 t O&G gehandelt, davon rd. 50.000 t aus heimischer Produktion.
  • Rd. 80 % des O&G werden zugestellt und nur noch 20 % der Waren werden direkt von den Kunden am Großmarkt abgeholt.
  • Nach wie vor versorgen sich die Wiener Märkte zu 80 % am GWI. Auch Handelsketten greifen auf den Großmarkt zurück, um ihre Versorgungsleistungen zu erfüllen.
  • National produzierte Ware wird zum Großteil in MTV des österreichischen Kistenpools zum und vom GWI transportiert. Wo hingegen Importware nahezu ausschließlich in Holz- oder Wellkarton-Einwegtransportverpackungen an den GWI transportiert wird. In Einzelfällen wird die Ware am GWI auch umverpackt. Grob gerechnet werden jährlich zwischen 25.000 t und 35.000 t O&G in MTV gehandelt. Die Entscheidung über die Art der Verpackung trifft der Kunde.
  • Für anfallende Abfälle stehen am Großmarkt unterschiedliche Entsorgungswege offen. Viele Großhändler organisieren sich ihre Entsorgung selbst, am vom Großmarktbetreiber erhaltenen Müllplatz vor Ort kann Restmüll kostenpflichtig, biogene Abfälle und Altstoffe gratis abgegeben werden. Rd. 2.000 t Abfälle, davon mehr als die Hälfte Altstoffe und biogene Abfälle, werden am Müllplatz gesammelt und einer fachgerechten Verwertung bzw. Entsorgung zugeführt.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden am 16. März 2006 der Zielgruppe am GWI im Rahmen des 3. Wiener Melange Briefing präsentiert.

Nähere Details zu den Ergebnissen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen werden im Endbericht diskutiert.


KONTAKT:

Projektleiter: Dipl.-Ing. Christian Pladerer

Österreichisches Ökologie-Institut

Seidengasse 13, 1070 Wien

Tel.: 01/5236105-20

www.ecology.at


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