Vermeidung von mineralischen Katzenstreu im Restmüll

Archivmeldung vom 23.06.2010.
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Projekt des ofi - Österreichischen Forschungsinstituts für Chemie und Technik in Kooperation mit dem Institut für Technologie und nachhaltigem Produktmanagement - WU Wien im Auftrag der INITIATIVE "Abfallvermeidung in Wien", MA 48, 2003

Im Rahmen der Studie wurden Grundlagen für die Substitution von mineralischer Katzenstreu durch nachwachsende Rohstoffe erarbeitet. Langfristig soll damit der Anteil an nicht brennbaren Abfällen im Restmüll verringert werde, die letztlich deponiert werden müssen.

Obwohl der Nutzen von Katzenstreu aus regenerativen Rohstoffen offensichtlich ist, ist der Marktanteil dieser Produkte zur Zeit sehr bescheiden. Im Zuge der Projektbearbeitung wurden Erkenntnisse über objektive Produktnachteile und subjektive Hinderungsgründe, die gegen einen Kauf von organischen Katzenstreu sprechen, gewonnenen. Auf Basis dieser Erfahrung ist es möglich, Kriterien für eine nachfolgende Produktentwicklung zu definieren.

Im Rahmen des Projektes wurde eine Meinungsumfrage und eine Produkterhebung durchgeführt. Ziel war es, den österreichischen Katzenstreumarkt näher zu beleuchten um den Käufer von Katzenstreu besser einschätzen zu können. Die Daten wurden insbesondere im Hinblick auf die, vom Konsumenten gewünschten, Streueigenschaften ausgewertet.

Vor dem Feldversuch wurden verschiedene organische Katzenstreuproben hergestellt, um Erkenntnisse über die Möglichkeiten bei der Entwicklung von organischer Katzenstreu zu gewinnen.

Ein Praxistest von drei verschiedenen Streusorten aus nachwachsenden Rohstoffen diente zur Erfassung der Vor- und Nachteile dieser Produkte. Bei 60 Katzen wurde die Akzeptanz der organischen Streu überprüft.

Das Projekt „Vermeidung von mineralischer Katzenstreu“ wurde im Rahmen der INITIATIVE „Abfallvermeidung in Wien“ von der Stadt gefördert.

Ergebnisse:

Generell sollten die Projektergebnisse die Grundlagen für eine spätere Produktentwicklung darstellen. Die wichtigsten Ergebnisse wurden aus der Probenproduktion, dem Feldversuch und der Konsumentenbefragung gewonnen.

Der Feldversucht an Katzen unterschiedlichen alters zeigte deutlich, dass Katzenstreu aus nachwachsenden Rohstoffen grundsätzlich von der überwiegenden Zahl der Katzen angenommen wird. Die Katzenbesitzer erwarten jedoch bestimmte Eigenschaften von einer Katzenstreu, für deren Verwirklichung noch eine signifikante Entwicklungsarbeit geleistet werden muss.

Die Identifikation und Gewichtung dieser Attribute wurden aus der Auswertung der Konsumentenbefragung gewonnen. Vor allem die Eigenschaften: Klumpenbildung, Saugfähigkeit, Geruchsbindung und der Preise der Katzenstreu werden vom Katzenbesitzer als Kriterium für die Kaufentscheidung gesehen.

Aus Erfahrung ist bekannt, dass Pflanzenfasern, anders als mineralische Rohstoffe, von Natur aus eine sehr gute Fähigkeit zur Geruchsbindung besitzen. Zu Optimieren gilt es jedoch die Klumpenbildung und die Oberflächenbeschaffenheit, die unter anderem für eine verbesserte Saugfähigkeit verantwortlich ist.

Gelingt es im Anschluss an dieses Projekt ein marktreifes Produkt zu entwickeln, ist das Interesse der Katzenbesitzer gegeben. Durch die Konsumentenbefragung wurde deutlich, dass 64 % der Interviewten Interesse an einer Streu aus nachwachsenden Rohstoffen haben, weitere 26 % zeigten sich unschlüssig. Somit könnten im besten Fall 90 % der Katzenbesitzer für eine optimierte, organische Streu begeistert werden.

Als nächster Schritt soll im Anschluss an diese Grundlagenstudie die tatsächliche Produktentwicklung eingeleitet werden, bei der erstmal auf eine fundierte Marktanalyse zurückgegriffen werden kann. Gemeinsam mit industriellen Partner soll an der Umsetzung der Ergebnisse gearbeitet werden.

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