Abfallvermeidung durch den Einsatz von Biotöpfen im Detailhandel
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte (Termine, Kontaktmöglichkeiten,..) möglicherweise nicht mehr aktuell sind.
Projekt der NAPAC AG im Auftrag der INITIATIVE "Abfallvermeidung in Wien", MA 48, 2003
Jährlich werden in der Stadt Wien große Mengen an Pflanzen im Kunststofftopf über Detailhändler an die Wiener Bevölkerung verkauft. Die Kunststofftöpfe von Garten-, Balkon- sowie Beetpflanzen werden jedoch schon bald nach dem Erwerb im Zuge des Einsetzens der Pflanzen entsorgt. Aufgrund der anhaftenden Verschmutzung und der kleinen Stückgröße werden Blumenkunststofftöpfe nicht getrennt gesammelt und stofflich verwertet, sondern über die Restmülltonne entsorgt.
Die Schweizer Firma Napac AG hat einen Pflanztopf aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt, der sich für die Verwendung im Bereich Garten-, Beet- und Balkonpflanzen eignet. Dieser Topf ist biologisch abbaubar und kann auch kompostiert werden. Die Pflanze kann entweder gemeinsam mit ihrem Topf eingesetzt werden oder der Topf wird beim Einpflanzen entfernt und einer Kompostierung zugeführt. Durch die Verwendung des Napac NaturePots kann daher das Restmüllaufkommen im Gartenbereich gesenkt werden.
Im vorliegenden Projekt wurden folgende Fragestellungen bearbeitet:
- Marktpräsenz von Pflanztöpfen aus nachwachsenden Rohstoffen, die auch biologisch abbaubar sind, im Garten / Blumeneinzelhandel in Wien
- Anschätzung des Abfallvermeidungspotentials durch Einsatz des Napac NaturePots in Wien
- Eignung des Napac NaturePots in der Praxis (Produktion, Logistik, Verkauf, Marketing, etc.)
- Testverkäufe von Pflanzen im Napac NaturePot und Vergleich mit jenen in herkömmlichen Kunststofftöpfen
- Wissen, Meinung und Akzeptanz der Wiener Bevölkerung bezüglich biologisch abbaubarer Pflanzentöpfe
Eine Marktanalyse untersuchte das derzeitige Angebot von biologisch abbaubaren Pflanztöpfen (NaturePot und Konkurrenzprodukte), stellte ein Mengengerüst der in Wien anfallenden Kunststofftöpfe auf und ermittelte das mögliche Abfallvermeidungspotential durch den Einsatz von biologisch abbaubaren Pflanztöpfen. Die verwendeten Daten stammen aus der Außenhandelsstatistik, dem statischen Jahrbuch, den Verbrauchsausgaben und der Gartenbau- und Feldgemüseerhebung der Statistik Austria. Zusätzlich wurden auch Interviews mit Experten im Gartenbau geführt.
Zur Durchführung der Testverkäufe wurde zwei große in Wien tätige Gartencentren für eine Mitarbeit gewonnen. In je einem Standort wurden Garten-, Beet- bzw. Balkonpflanzen im NaturePots zum Verkauf angeboten. Zur Information der Wiener Kunden wurden an den Verkaufsständen des NaturePots über Plakate und Flyer Produktinformationen und Anwendungshinweise zur Verfügung gestellt. Die Verkaufsdaten der im NaturePot angebotenen Pflanzen wurden jenen von Vergleichspflanzen im konventionellen Kunststofftopf gegenübergestellt.
Gleichzeitig mit den Testverkäufen wurden vor Ort insgesamt 635 Kundenbefragungen zum Thema biologisch abbaubare Pflanztöpfe mittels standardisierter, mündlicher Befragung durchgeführt. Als Ergänzung wurden auch 130 Wiener Haushalte mit Garten an der Haustür mit der gleichen Methode befragt. Zusätzlich lagen Informationen über vergleichbare Befragungen in anderen Städten vor, die den Wiener Ergebnissen gegenübergestellt werden konnten.
Ergebnisse:
Aus der Marktanalyse lässt sich ein Kunststoffvermeidungs-potential von knapp 282.100 kg für Wien pro Jahr errechnen. Dies entspricht einem Vermeidungspotential von Kunststoff im Restmüll um 0,18 kg pro Wienerln und Jahr durch den Einsatz von biologisch abbaubaren Pflanztöpfen.
Aus den Testverkäufen bei Fa. Starkl zeigt sich, dass:
- bei gemeinsamer Platzierung und gleichem Preis der Unterschied der Verkaufszahlen zwischen den Pflanzen in Napac NaturePots und Kunststofftöpfen absolut am geringsten war,
- bei getrennter Aufstellung und Werbmitteleinsatz, aber mit Preisunterschied die Anzahl der verkauften Napac NaturePots nur so groß wie jene der Vergleichsgruppe war und
- bei gemeinsamer Präsentation aufgrund des Preisunterschieds fast nur Pflanzen in Kunststofftöpfen gekauft wurden.
Bei der Auswertung der Befragungen konnte festgestellt werden, dass:
- das Aussehen der Pflanze und der Preis eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung spielt,
- die Befragten eine positive Grundeinstellung gegenüber biologisch abbaubaren Pflanztöpfen haben, wenn sie diese Werkstoffe einmal kennen,
- ein großes Informationsdefizit bezüglich der Themas biologisch abbaubare Werkstoffe bei den Befragten herrscht,
- als Gegenargument für einen Kauf der höhere Preis und mangelnde Erfahrung mit diesen Werkstoffen angegeben werden.
Als Schlussfolgerungen kann folgendes zusammengefasst werden:
- Das ermittelte Abfallvermeidungspotential ist zwar gering, dafür handelt es sich um ein tatsächlich erreichbares Potential. Es müssen keine großen Veränderungen im Handel und Vertrieb sowie bei den Konsumenten vorgenommen werden, um bilogisch abbaubare Pflanztöpfe in größerem Maßstab einzusetzen. Daher kann mit einer hohen Akzeptanz von allen Seiten gerechnet werden.
- Aufgrund der Preissensibilität der Kunden sollte es zumindest in der Anfangsphase zu einer finanziellen Stützung dieser Produkte kommen.
- Eine breite Informationskampagne über biologisch abbaubare Werkstoffe im allgemeinen ist für das Vertrauen und das Wissen um die Vorteile dieser Werkstoffe äußert wichtig und notwendig.
- Es gibt keine Bevölkerungsgruppe, die sich prinzipiell von der Nutzung der biologisch abbaubaren Werkstoffe ausschießt.
KONTAKT:
Robert Kahn
Napac AG
Ebnet 1, CH-8370 Simach
Tel: 0041/79/9691414
www.napac.ch